Archiv fü Juli, 2015

Steigendes Pro-Kopf-Einkommen im Euro-Raum

Posted 31. Juli 2015 By ljwimmer

Innerhalb des Euroraums stieg das reale Pro-Kopf-Einkommen der privaten Haushalte im ersten Quartal 2015 um 0,9 Prozent. Zuvor wuchs es um 0,1 Prozent.
Auch in den übrigen Vorquartalen konnten seit 2013 zumindest kleine Steigerungen verzeichnet werden, jedoch noch keine so deutliche, wie im ersten Quartal 2015.
2012 ging das reale des Pro-Kopf-Einkommens der privaten Haushalte im Euroraum noch zurück.
Schön langsam macht sich die gute Wirtschaftslage auch bei den normalen Arbeitnehmern im Geldbeutel bemerkbar. Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch, dass die Bezieher der oberen und obersten Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit sich mit diesen Steigerungen kaum zufrieden geben würden.

Chart der Woche: DFDS

Posted 30. Juli 2015 By ljwimmer

Der Chart der Woche gehört heute zu: SKA-DK DFDS A/S
Das Unternehmen ist ein integrierter Schifffahrts- und Logistik-Konzern.
Die Schifffahrts-Sparte betreut das Routen-Netz der Firma, unterteilt in die fünf Geschäftsbereiche: Nordsee, Ostsee, Ärmelkanal, Frankreich und Mittelmeer, Passagiere.
Die Logistik-Sparte kümmert sich um die logistischen Aktivitäten und ist in drei Geschäftsbereiche gegliedert: BU Kontinent, BU Nordic, BU UK und Irland.
Nach einem 2014er Umsatz von 12,8 Mrd. DKK werden für das laufende Jahr 13,3 Mrd. DKK erwartet.
Beim aktuellen Kurs beträgt die Dividende 2015e 2,1% und das KGV 2015e liegt derzeit bei 17,6
Schlusskurs gestern: DKK 944,00 | Im Aufwärtstrend befindet sich der Kurs seit Mitte Oktober 2014

Nach einem rasanten Anstieg im Mai verläuft der Kurs seit ein paar Wochen seitwärts, hat aber nichts von seinem Aufwärtsdrang verloren. Der übergeordnete Trend ist positiv. Ich übernehme diese Aktie in meine Watchlist für das Muster-Depot. Aufgrund der Begrenzung des zur Verfügung stehenden Anlagekapitals wird der Wert aber nicht zwangsläufig ins Depot übernommen.

Wer selbst in die Aktie investieren will:
Börse Copenhagen | ISIN DK0010259027 | Symbol DFDS | nicht handelbar in Deutschland

Hinweis: Diese Kurz-Analyse stellt keine Aufforderung zum Handel mit dieser Aktie dar. Ich übernehme keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Ich handle mit skandinavischen Aktien und besitze eventuell Positionen in den hier erwähnten Wertpapieren.

Millionär im Handumdrehen?

Posted 28. Juli 2015 By ljwimmer

  Zur Zeit überfluten Mails mein Postfach, in denen mir versprochen wird, ganz ohne eigenes Geld und eigene Kenntnisse im Handumdrehen Millionär zu werden. Echt ganz einfach. Wer will da noch jeden Tag aufstehen und zur Arbeit gehen?
Und da gehts richtig zur Sache: das reicht von „Achtung: Dringende Benachrichtigung Ihre Freischaltung betreffend…“ über „Konnte Ihr letzter Trade unseren 200.000 Euro Gewinn schlagen?“ bis hin zum „Last Call“. Da teilt man mir um 14:30 Uhr mit „Sie wurden freigeschaltet!“, nur um mir zwei Stunden später zu schreiben „Ihre Freischaltung ist erfolgreich beendet“. Lustig fand ich „Hurry up before the month ends, Ludwig J.!“
Aber was interessiert mich „Sie haben ein Recht darauf, das zu sehen. Umgehende Antwort erforderlich“?
Interessanter sind da schon „Gewinne, die Millionäre machen“. Ich brauche eigentlich nur „Blue Chips“ (also Börsen-Schwergewichte) zu kaufen und bin mit Hilfe einer wenig bekannten Strategie nach 36 Monaten „Blue Chip Rich“. Ja, ja, schon klar. Glaub ich sofort. Ich freu mich auch immer über die Geschenke, die mir der Weihnachtsmann unter den Christbaum legt. Und zu Ostern hab ich immer viel Spass dabei, im Garten die Eier zu suchen, die der Osterhase so raffiniert versteckt hat.
Gibt es wirklich Menschen, die glauben ohne eigene Anstrengung Millionär werden zu können? Ich meine jetzt nicht die Erben, die irgendwo in der Familie einen reichen Verwandten haben. Nein, ich meine ganz normale Menschen wie dich und mich. Aber denk doch mal nach: warum sollte jemand, der ein Rezept für Millionengewinne gefunden zu haben behauptet, sein Geheimnis ausgerechnet mit dir teilen wollen?
Die wollen doch alle nur dein Bestes: dein Geld nämlich. Und dafür schicken sie dir ihre mehr oder weniger bescheuerten, nutzlosen Börsenbriefe, in denen sie auch nur mit Wasser kochen. Daraus machen sie natürlich eine Show, die Eindruck schinden soll. Aber schieb das ganze Gedöns mal beiseite, dann sind es ein paar schwarze Buchstaben auf weissem Grund, die nur eines bedeuten: her mit deiner Kohle, ich kann damit mehr anfangen als du.
Leider wissen die Absender aber ganz genau: jeden Tag steht wieder ein Dummer auf. Wir gehören zum Glück jetzt nicht mehr dazu … oder?

 

Jugendliche kaum interessiert an Finanzdingen?

Posted 27. Juli 2015 By ljwimmer

  Die Ergebnisse der Jugendstudie 2015 des Deutschen Bankenverbandes lassen kaum Zweifel: nur 34 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 24 Jahren interessiert sich stark oder sehr stark für wirtschaftliche Themen. Das Gute daran: 2012 waren nur 22 Prozent der Befragten an Wirtschaftsthemen interessiert. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, erklärt das so: „Damals haben wir deutlich die Folgen der Finanzmarktkrise gespürt. Die komplexen und für viele nur schwer verständlichen Negativthemen hatten viele Jugendliche eher abgeschreckt, sich mit ökonomischen Fragen und Finanzthemen zu befassen.“
So gesehen, also immerhin eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber 2012. Die Fragen der Jugendstudie wollten die Kenntnisse der Befragten umfassend klären: Wie ausgeprägt ist das Interesse junger Menschen an Wirtschaft und Finanzen? Wie gut sind ihre ökonomischen Kenntnisse, und was halten sie von einem Schulfach Wirtschaft? Wie gehen Jugendliche und junge Erwachsene mit Geld um? Wie sehen ihre Finanzplanung, ihr Sparverhalten und ihre Online-Nutzung aus?
Dabei kam heraus, dass das ökonomische Wissen der Zielgruppe immer noch bedenkliche Lücken aufweist, auch wenn sich deren Kenntnisse um wirtschaftliche Dinge erheblich verbessert haben. Ein auf sieben Wissensfragen basierender Index des Bankenverbandes zeigte, dass 39 Prozent der jungen Befragten auf diesem Feld nur schlechte oder sehr schlechte Kenntnisse haben.
Michael Kemmer findet es in diesem Zusammenhang richtig und wichtig, dass sich die grosse Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch selbst mehr Wirtschaft in der Schule (81 Prozent) und auch ein eigenes Schulfach Wirtschaft (73 Prozent) wünscht. Kemmer bedauert das: „Der Bankenverband setzt sich seit fast 30 Jahren für ein solches Fach ein. In einigen Bundesländern gibt es zwar Schritte in die richtige Richtung, aber die bundesweite Einführung eines verpflichtenden Schulfachs ist leider noch immer nicht in Sicht.“
Dem kann ich mich vorbehaltlos anschliessen, auch wenn der Bankenverband daran natürlich auch ein ureigenes Interesse haben dürfte. Denn wie sollen junge Menschen als mündige Verbraucher ihre finanziellen Entscheidungen treffen können, wenn sie nicht Bescheid wissen?
Dabei ist klar: wirtschaftliches Wissen gewinnt in Zukunft immer mehr an Bedeutung. Denn nur wer die wirtschaftlichen Vorgänge auf der Welt und in seinem Alltag um sich herum versteht, kann sein Leben eigenverantwortlich gestalten und für sich sinnvolle Konsum- und Anlageentscheidungen treffen.
Das Verblüffende aber ist, dass die Studie des Bankenverbandes zur Finanzkultur und dem Finanzverhalten der jungen Generation auch folgendes ergeben hat: Jugendliche kümmern sich gern um ihr Geld, wenn auch eher spontan und unregelmässig. Zwei Drittel der jungen Leute (65 Prozent) gaben sogar an, dass es ihnen Spass mache, sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen.
Woran liegt’s also, wenn es an den jungen Leuten selbst nicht zu liegen scheint? Am Elternhaus? Oder doch an der Schule? Vielleicht sollten die Kultusminister jetzt mal ernsthaft daran gehen, da etwas zu ändern. Und dafür eher unsinnige Experimente und Neugestaltungen sein lassen. Wirtschaft geht alle an und je früher man damit in Berührung kommt, desto souveräner kann man später damit umgehen und richtige Entscheidungen treffen. Aber – und das sage ich nicht nur mit einem Augenzwinkern – vielleicht hat die Politik ja absolut kein Interesse an wirtschaftlich aufgeklärten Bürgern? Weil dann eher fragwürdige finanz- und wirtschaftspolitische Entscheidungen nicht mehr so einfach in Gesetze gegossen werden könnten.

 

Die Achterbahn-Fahrt des Bitcoin

Posted 24. Juli 2015 By ljwimmer

  Sieht man sich den Kurs der Cryptowährung Bitcoin über die letzten Jahre an, dann hat man den Eindruck einer Berg-und-Tal-Bahn. Woran liegt das?
Glaubt man der Legende um den Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto, entstand Bitcoin als Reaktion auf die Finanzkrise im Jahre 2008. Dahinter stand die Vision einer Währung, die weder manipuliert noch wertlos werden konnte und von staatlichem Einfluss völlig frei war. Der politisch-finanzielle Komplex sollte aussen vor bleiben und keine Möglichkeit zum Eingreifen haben.
Die ersten Jahre brauchte Bitcoin, um überhaupt einen Wert zu entwickeln. Es musste sozusagen seinen Preis finden, denn die ersten Bits und Bytes hatten keinen Wert, weil niemand sie haben wollte. Erst mit dem ersten Kauf einiger Bitcoin – fünf Bitcoin bekam man damals für einen US-Cent – entstand ein Preis, der sich dann weiter entwickeln konnte. Tat er aber nur zögerlich, denn ausser in den Kreisen der sogenannten „Early Adopters“ war das Cryptogeld kaum bekannt. Dafür waren diese frühen Nutzer eine rege Szene, die engagiert und hart an der Weiterentwicklung arbeitete. In dieser Zeit entstanden viele Start-Ups, die heute die Szene bestimmen.
Der erste Testfall in der realen Welt kam im Jahre 2013 mit der Zypern-Krise. Lag der Bitcoin-Kurs im Januar 2013 noch bei unter 20 Euro, stieg er im April in der Spitze auf über 250 Euro an. Ein gewaltiger Schub. Was war passiert?
Die informierten Zyprioten hatten rechtzeitig entdeckt, wie sie die drohenden von der Regierung verhängten Beschränkungen des Zahlungsverkehrs und die Kapitalverkehrskontrollen umgehen konnten. Sie tauschten ihre Euro in Bitcoin, noch bevor die Regierung ihre Massnahmen umsetzen konnten. Der Kurs stieg und stieg und stieg. Dieser Anstieg blieb nicht unbemerkt und hatte zur Folge, dass Bitcoin immer mehr Menschen bekannt wurde. Das regierungs-unabhängige Finanzsystem war in der Welt.
Nach Beilegung der unmittelbaren Krise wurden die Bitcoin wieder in Euro getauscht und der Kurs fiel. Jetzt wurden aber auch die Mitspieler aufmerksam, die immer das Ohr am Puls der Finanzmärkte haben: die Trader, vulgo „Zocker“. Es gab etwas Neues, mit dem es sich trefflich zocken liess.
Die Geldmenge stieg zwar, weil die sogenannten Miner ständig neue Bitcoin produzierten, aber das Angebot hielt mit der Nachfrage nicht mit. Die Folge: der Kurs begann wieder zu steigen und erreichte gegen Ende 2013 sein vorläufiges unglaubliches Allzeit-Hoch von EUR 1.381,00 im Laufe des 28. November 2013. Der höchste Schlusskurs war mit EUR 835,00 am darauffolgenden Tag erreicht. Seitdem ging es stetig bergab. Bis zu diesem Jahr.
Und wieder war eine Finanzkrise, diesmal das griechische Schulden-Drama, der Auslöser für eine Bewegung im Bitcoin-Kurs. Schon früh zeichnete sich für informierte Kreise das drohende Desaster in Griechenland ab. Bereits im Januar 2015 gab es Hinweise auf einen erdrutschartigen Sieg der linken Syriza-Gruppe bei den griechischen Parlamentswahlen. In Verbindung mit der drohenden Zahlungsunfähigkeit Griechenlands gab es für die Wissenden nur eine Alternative: Bitcoin. Nach einem Panik-Peak (EUR 670,00 pro Bitcoin) am 6. Januar pendelte der Kurs zwischen 200 Euro und 620 Euro hin und her, stieg um sich bis heute auf rund 250 Euro einzupendeln.
Was sollte uns das sagen? Erstens: man sollte immer eine Alternative zu Regierungshandeln haben. Zweitens: man sollte stets so informiert wie möglich sein; man muss nicht alles wissen, aber mehr als der Andere. Drittens: man muss bereit sein, ausgetretene Pfade zu verlassen und Neuland zu betreten. Viertens: man sollte sich intensiv selbst um sein Geld kümmern, damit man langfristig behält, was man hat.
Bitcoin scheint sich überall auf der Welt als alternatives Finanzsystem zu etablieren. Zwar behandelt jedes Land das Cryptogeld unterschiedlich, aber in den fortschrittlicheren Ländern scheint sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass Bitcoin nichts anderes als eine Devise ist, genauso wie der Euro, der US-Dollar oder der Schweizer Franken. Was nichts anderes bedeutet, als dass bei sämtlichen Transaktionen mit Bitcoin nur die damit getauschten Güter und Dienstleistungen der Mehrwertsteuer unterliegen, nicht aber Bitcoin selbst. Ein Prozess zu dieser Definition ist gerade beim Europäischen Gerichtshof anhängig, eine Entscheidung im Sinne der Mehrwertsteuer-Freiheit wird dieser Tage erwartet.
Auch ich betrachte Cryptowährungen, hier vor allem Bitcoin und Litecoin, als interessante Alternative. Deshalb sind diese beiden Cryptogelder auch Bestandteil meiner Anlage-Strategie „Vom Euro unabhängig investieren“. Dabei schliesse ich nicht aus, den prozentualen Anteil am skandINvest-„Gesamtvermögen“ zu erhöhen.

 

Chart der Woche: Bilia

Posted 23. Juli 2015 By ljwimmer

Der Chart der Woche gehört heute zu: SKA-SE Bilia AB
Im Rahmen meiner täglichen Recherchen fand ich ein Unternehmen, das im Bereich Handel von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen (hauptsächlich Volvo, Renault, Ford, Hyundai, BMW, Min und Daica), Fahrzeug-Service und dem Transport von Fahrzeugen in ganz Skandinavien tätig ist. Das im Jahr 1967 gegründete Unternehmen verkauft darüber hinaus Benzin, Diesel, Ethanol und Flüssiggas, betreibt Werkstätten, handelt mit Ersatzteilen und bietet auch Finanzierungen an.
Nach einem 2014er Umsatz von 19,5 Mrd. SEK werden für das laufende Jahr 19,9 Mrd. SEK erwartet.
Beim aktuellen Kurs beträgt die Dividende 2015e 4,4% und das KGV 2015e liegt derzeit bei 12,9
Schlusskurs gestern: SEK 159,00 | Im Aufwärtstrend befindet sich der Kurs seit Anfang 2013

Der Kursverlauf sieht sehr positiv aus. Ich übernehme diese Aktie in meine Watchlist für das Muster-Depot. Aufgrund der Begrenzung des zur Verfügung stehenden Anlagekapitals wird der Wert aber nicht zwangsläufig ins Depot übernommen. Das Unternehmen veröffentlicht heute sein Ergebnis im ersten Halbjahr.

Wer selbst in die Aktie investieren will:
Börse Stockholm | ISIN SE0007157763 | Symbol BILIA | alternativ handelbar an der Börse Stuttgart, allerdings bei relativ geringen Umsätzen (Spread!).

Hinweis: Diese Kurz-Analyse stellt keine Aufforderung zum Handel mit dieser Aktie dar. Ich übernehme keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Ich handle mit skandinavischen Aktien und besitze eventuell Positionen in den hier erwähnten Wertpapieren.

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