Archiv fü Februar, 2016

  Heute veröffentlicht das amerikanische Magazin „Forbes“ wieder mal seine aktuelle Liste der reichsten Menschen der Welt.
Sehr große Überraschungen dürften nicht zu erwarten sein. Geht man nach der Realtime-Liste, ist Bill Gates (60, Microsoft) nach wie vor die Nummer 1 mit einem Vermögen von rund 76 Milliarden US-Dollar. Auf Platz 2 folgt der Spanier Amancio Ortega (79, Inditex, Zara) mit rund 67 Milliarden US-Dollar. Auf Platz 3 findet sich Warren Buffett (85, Berkshire Hathaway), Börsen-Guru und Investorenlegende, mit gut 62 Milliarden US-Dollar.
Auf den nächsten drei Plätzen folgen Carlos Slim Helu (76, Telekommunikation, 53 Mrd.), Jeff Bezos (52, Amazon, 49 Mrd.) und Mark Zuckerberg (31, Facebook, 47 Mrd.), der es bisher am schnellsten vom einfachen Millionär zum mehrfachen Milliardär schaffte.
Die ersten deutschen Milliardäre tauchen auf Platz 23 auf: Beate Heister und Karl Albrecht jr. (ALDI-Supermärkte, 26 Mrd. US-Dollar). Theo Albrecht jr. (65, ALDI-Supermärkte, 20 Mrd.) folgt auf Platz 35. Susanne Klatten (53, BMW, 19 Mrd.) liegt auf Platz 38, gefolgt von Georg Schaeffler (51, Schaeffler, Continental, 18 Mrd.) auf Platz 39.
Es ist kaum anzunehmen, dass sich die aktuelle Liste gegenüber der Realtime-Version noch groß ändert. Wer weitere Details wissen will, findet hier die Liste.

  Seit heute ist es offiziell: Die New York Stock Exchange (NYSE) und die NASDAQ haben die Stopp-Loss-Order (SL-Order) abgeschafft. Alle noch bestehenden SL-Orders wurden gestrichen.
Die Begründung klingt zunächst gut und logisch: die Abschaffung dieser Order-Art dient dem Schutz des Anlegers. Jede Order, also auch die SL-Order, erscheint im Orderbuch, das offenliegt und in das jeder Einblick nehmen kann. Das dient der Transparenz des Aktienhandels. Jetzt können natürlich auch die bösen Jungs Einblick nehmen und die Orderdaten für ihre fiesen Manipulationen nutzen. Durch blitzschnelle Orders zieht man Geld-Brief-Spannen nach unten und löst somit die bestehenden SL-Orders gezielt aus, um entweder an den fallenden Kursen zu verdienen oder eben an den danach wieder anziehenden Kursen.
So gesehen also ein logischer Schritt. Aber mit der Abschaffung dieser Order-Art wird auch ein wichtiger Mechanismus für – vor allem private – Anleger abgeschafft, der diese vor allzu grossen Verlusten schützen sollte. Ich halte das deshalb für einen falschen Schritt, wenn auch in die richtige Richtung. Denn die eigentlichen großen Scheunentore für die bösen Jungs bleiben sperrangelweit offen, nicht zuletzt dank der gezielten Lobbyarbeit der Finanzindustrie. In einem meiner nächsten Beiträge werde ich das thematisieren.

  Die „Abstauber-Kauforder“ für Leroy Seafood Group ASA wurde ausgeführt.
Wir haben die Aktie zum gewünschten Kurs erhalten und in unser Musterdepot eingebucht.
Einzelheiten gibts auf der „Norwegen“-Seite. 

Chart der Woche: Marine Harvest

Posted 25. Februar 2016 By ljwimmer

Marine Harvest ASA
ist ein Nahrungsmittelkonzern und der größte Zuchtlachsproduzent der Welt. Das Unternehmen züchtet, verarbeitet und verkauft Fisch aller Art, neben Lachs auch Forelle, Kabeljau und Stör. Das Unternehmen besitzt zahlreiche Genehmigungen für Fischfarmen in Norwegen, Schottland und auf den Faöer Inseln. In einem zweiten Geschäftsbereich werden fertige Fischprodukte produziert wie Räucherlachs und Dosenfischgerichte. Der Umsatz kommt zu rund zwei Dritteln aus Europa, Amerika und Asien bringen rund ein Viertel, der Rest verteilt sich auf andere Länder.
Nach einem 2015er Umsatz von 27,9 Mrd. NOK werden für das laufende Jahr 30,0 Mrd. NOK erwartet.
Beim aktuellen Kurs beträgt die Dividende 2016e 6,7% und das KGV 2016e liegt derzeit bei 14,5
Schlusskurs gestern: NOK 125,80 (+1,8%) | Im Aufwärtstrend befindet sich der Kurs seit Juni 2015

Als einer der wenigen Titel widersetzte sich die Aktie dem gestrigen Einbruch aufgrund wieder sinkender Ölpreise. Die Stärke liegt wohl nicht zuletzt auch im Geschäftsmodell des Unternehmens begründet. Einer der derzeit stärksten Anlagetrends ist das sog. Fish Farming.

Wir haben diese Aktie bereits in unserem Depot. Wer nachkaufen und noch mehr in die Aktie investieren will:
ISIN NO0003054108 | Symbol MHG | Börse Oslo / alternativ handelbar an der Börse Tradegate, allerdings bei relativ geringen Umsätzen (Spread!).

Hinweis: Diese Kurz-Analyse stellt keine Aufforderung zum Handel mit dieser Aktie dar. Ich übernehme keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Ich handle mit skandinavischen Aktien und besitze eventuell Positionen in den hier erwähnten Wertpapieren.

Gold als Basis-Reserve einer Notenbank

Posted 24. Februar 2016 By ljwimmer

In der Flüchtlingskrise geht Österreich einen eigenen Weg und trennt den Schulterschluß mit Deutschland. Passte noch vor Wochen kaum ein Blatt Papier zwischen Angela Merkel und Werner Faymann, klafft jetzt eine tiefe Schlucht zwischen den beiden Regierungschefs. Österreich glaubt seine wirtschaftlichen Grenzen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise realistisch einschätzen zu können und ergreift Maßnahmen, um das drohende Zerreissen der Sozialsysteme zu verhindern. Trifft Realpolitik auf Sozialutopie?

In der Geldpolitik dagegen verhalten sich beide Länder ähnlich. Das mag wohl auch daran liegen, dass in den Führungsetagen der beiden Zentralbanken die Fachleute das Sagen haben, und nicht die Sozialromantiker aus der Politik. Wie die Grafik oben zeigt, hat die Österreichische Nationalbank ihr Goldlagerstellen-Konzept sehr anschaulich dargestellt.

Traditionell ist Gold für Zentralbanken ein wichtiger Bestandteil ihrer diversifizierten Währungsreserven, da es keinem Kontrahenten- bzw. Kreditrisiko unterliegt. Für die Österreichische Nationalbank stellt Gold somit einen wichtigen Vermögenswert dar, um ihren Auftrag erfüllen zu können. Dafür ist es aber wichtig, unmittelbaren Zugriff darauf zu haben, um schnell reagieren zu können. Deshalb holt auch Österreich seine Goldreserven zum Teil nach Hause und belässt bis 2020 nur rund die Hälfte in ausländischen Lagerstätten.

Das mag auch dem Umstand geschuldet sein, dass sich das jahrzehntelang gültige System der Weltwährungen zur Zeit kräftig verschiebt. Die Bedeutung des US-Dollars als Leitwährung sehen offensichtlich immer mehr Zentralbanker schwinden. Neben dem Euro als Reservewährung drängt jetzt auch der chinesische Renminbi (CNY) in das System. Mit dem riesigen Goldbestand der Chinesischen Zentralbank im Rücken wird der Versuch unternommen, den Renminbi zu internationalisieren. Wird das gelingen? Angesichts der drohenden Wirtschaftsflaute in China ist eine Verzögerung wahrscheinlich, aber die nächste Erholung kommt bestimmt.

Man macht sich also schon Gedanken in den Führungsetagen der Zentralbanken in aller Welt. Gold wird immer stärker zur starken Basis-Reserve einer Volkswirtschaft, die möglichst nicht veräussert werden sollte. Ganz im Gegenteil: Zukäufe sind angesichts des relativ niedrigen Goldpreises angesagt. Und genau das machen die Notenbanken in letzter Zeit verstärkt und nützen damit den künstlich niedrig gehaltenen Goldpreis. Der Goldtopf scheint zu kochen und der Deckel droht jeden Augenblick weg gesprengt zu werden. Am 4. Februar generierte mein Handelssystem ein erstes Kaufsignal bei rund USD 1.120 pro Feinunze. Über einem Wert von USD 1.240 pro Feinunze sollte sich der Goldpreis weiter nach oben bewegen.

Gierige Kleinanleger und kriminelle Unternehmer

Posted 24. Februar 2016 By ljwimmer

Wieder einmal müssen Tausende von Kleinanlegern um ihr Erspartes fürchten. Nach der spektakulären Prokon-Pleite hat jetzt kürzlich auch die German Pellets einen Insolvenzantrag gestellt. Bereits 2012 meldete die Solarwatt AG Insolvenz an, die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.

Wie im Handelsblatt-Ticker zu lesen ist, weitet sich die Krise des Brennstoff-Herstellers aus Wismar aus, nachdem auch mehrere Tochterfirmen Insolvenz angemeldet haben. Die Pleite kam zwar erst vor etwa zwei Wochen, die Schieflage des Unternehmens soll sich aber schon seit längerem abgezeichnet haben. Zumindest die Belegschaft sah angeblich deuliche Anzeichen dafür. Anleger hatten allein über Anleihen rund 226 Millionen Euro bei German Pellets investiert, das Geld ist bis auf ein paar Tausend Euro verschwunden. Totalverlust für die Kleinanleger.

So bitter das für die Betroffenen ist: konnte das Angebot von German Pellets überhaupt seriös sein? Vollmundige Versprechen von Zinsen über sieben oder acht Prozent sollten grundsätzlich misstrauisch machen. Bei einem Leitzins nahe Null und negativen Einlagenzinsen ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass ein Unternehmen derartig hohe Zinsen erwirtschaften, geschweige denn garantieren kann. Nach Ansicht der Schutzgemeinschaft der Anleger agierte „die Gesellschaft nicht transparent und ist nicht unverschuldet in diese wirtschaftliche Krise geraten“, berichtet das Handelsblatt.

Genussrechte, Unternehmensanleihen, Zertifikate – meiden Sie diese Derivate. Es sind „finanzielle Massenvernichtungswaffen“, wie schon Kult-Investor Warren Buffett die Derivate nannte. Eine Aktie ist der ursprüngliche Anteilsschein an einem Unternehmen. Sie verbrieft das Eigentum an den Aktiva und Passiva der Firma. Die Unternehmen unterliegen Recht und Gesetz, werden geprüft und testiert, und zahlreiche Analysten beschäftigen sich täglich mit ihnen. Sie sind also ständig im Fokus der Aufmerksamkeit der Börsianer. Da ist es nicht ganz so einfach, sein „Ding zu machen“ und die Anleger zu schröpfen. Es hilft nichts: wer Geld anlegen und nicht kalt erwischt werden will, muss sich mit Aktien beschäftigen. Oder natürlich auch mit Edelmetallen und Alternativen. Beim Kauf von Elektrogeräten, Möbeln und Autos wenden die meisten Menschen mehr Zeit auf als für ihre Geldanlage. Es ist eine komplizierte Materie, in der Schule hat man nichts darüber gelernt und die Medien suggerieren eine ganz einfache Möglichkeit des Geldverdienens. Eine gefährliche Mischung. Betrüger wissen das und bieten entsprechende Produkte an: gierige Kleinanleger treffen auf kriminelle Unternehmer. In diesem Moment wird Geldanlage zum Russischen Roulette.

Fazit: Zeit für die eigene Geldanlage nehmen und Finger weg von Derivaten aller Art!

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