Archiv fü März, 2016

Ist Steuerverschwendung kriminell?

Posted 31. März 2016 By ljwimmer

Gestern habe ich in der RTL-Sendung von Mario Barth wieder einmal gesehen, wie verantwortungslos und verschwenderisch viele Politiker und Beamte mit unseren sauer verdienten Steuergeldern umgehen.
Es ist nicht zu fassen und mir reicht’s jetzt! Deshalb habe ich diesen Aufkleber entworfen.
Klar, ich habe die Pflicht Steuern zu zahlen. Habe ich dann aber nicht auch das Recht, dass mit meinen Steuergeldern sorgsam umgegangen wird?
Wer auch so denkt, der darf meinen Sticker (er ist auch zum Teilen auf meiner Facebook-Seite „skandINvestor“ zu finden) gern weitergeben. Vielleicht wachen ja noch mehr ehrliche Steuerzahler auf.

Chart der Woche: Matas

Posted 31. März 2016 By ljwimmer

Matas A/S
betreibt eine Kette von Drogerie- und Haushaltswaren-Märkten in den Bereichen „Beauty Shop“, „Vital Shop“, „Material Shop“ und „Matas MediCare“, irgendwie eine Mischung aus Douglas, Rossmann, Baumarkt, Apotheke und Sportgeschäft. Was dem Erfolg des 1949 gegründeten Unternehmens keinen Abbruch tut und sich an den guten Zahlen ablesen lässt.
Nach einem 2015er Umsatz von 3,4 Mrd. DKK werden für das laufende Jahr unverändert 3,4 Mrd. DKK erwartet.
Beim aktuellen Kurs beträgt die Dividende 2016e 4,8% und das KGV 2016e liegt derzeit bei 13,6
Schlusskurs gestern: DKK 131,50 (-1,5%) | Im Aufwärtstrend befindet sich der Kurs seit Mitte Februar, gestern wurde ein erneutes Kaufsignal generiert

Wir haben die Aktie bereits im Depot, werden aber von einem Zukauf absehen, da wir diversifizieren wollen und auch noch andere Werte erfolgversprechend sind. Wer noch selbst in die Aktie investieren will:
ISIN DK0060497295 | Symbol MATAS | Börse Copenhagen / alternativ handelbar an der Börse Stuttgart, allerdings bei relativ geringen Umsätzen (Spread!).

Hinweis: Diese Kurz-Analyse stellt keine Aufforderung zum Handel mit dieser Aktie dar. Ich übernehme keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Ich handle mit skandinavischen Aktien und besitze eventuell Positionen in den hier erwähnten Wertpapieren.

Zinsgarantie für mehrere Jahre?

Posted 30. März 2016 By ljwimmer

Soeben gefunden: Zinsgarantie für mehrere Jahre. Wie bitte?
Also mal ehrlich: dieses Angebot einer deutschen Sparkasse soll Geldanlage sein? Das ist blanker Hohn. Ich nenne das nicht Geldanlage sondern einen Geldfriedhof, eine Sparform für Menschen, die sich aber absolut nicht selbst um ihr Geld kümmern wollen.
Dabei kann man das lernen. Ein Fernseher kostet gerade mal einen Bruchteil dieser Summe hier. Aber trotzdem setzt man sich tagelang damit auseinander, welches Gerät (Marke, Größe, Bildwiederholfrequenz, HDMI, USB, Festplatte, etc.) das beste wäre.
Und da will man sich nicht ebenso Zeit dafür nehmen, sich um sein eigenes Geld zu kümmern? Das will mir einfach nicht in den Kopf.
Die EZB setzt alles daran, die Inflation wieder ans Laufen zu bringen. Nehmen wir mal an, sie hat damit Erfolg. Dann gibt es zwar in fünf Jahren die garantierten 4.002,00 Euro, aber bereinigt um eine gewünschte EBZ-Inflation von zwei Prozent oder mehr, ist die angeblich hohe Rendite dann eine große Pleite, weil die Kaufkraft schwindet. Da hätte man die ganzen fünf Jahre an einem Jumbo-Mega-LED-Fernseher aber eindeutig mehr Spaß gehabt.

Stockholm ist erste Wahl

Posted 29. März 2016 By ljwimmer

Stockholm ist die beliebteste nordeuropäische Stadt für internationale Unternehmen, wenn es darum geht, ein Hauptquartier für Nordeuropa einzurichten. Das geht aus einer neuen Forbes-Studie hervor, wonach rund ein Viertel aller „Forbes-2000-Unternehmen“ (das sind die 2.000 größten Unternehmen der Welt) in den nordeuropäischen Ländern repräsentiert sind. Etwa die Hälfte hat ihr regionales Hauptquartier in Stockholm, immerhin ein Sechstel zieht es nach Copenhagen.

Besonders für Unternehmen aus dem Bereich Finanzen, Informationstechnologie und Telekommunikation ist offensichtlich Stockholm attraktiv, wie das Beispiel Amazon Web Services (AWS) zeigt. 2014 eröffnete das Unternehmen sein regionales Hauptquartier in Stockholm, nicht nur um nahe bei seinen Kunden zu sein, sondern auch um die Fülle von technischen Talenten in der Stadt „abzuschöpfen“. Die Firma sieht großartige technologische Talente in der Region. Vor drei Jahren eröffnete auch die Bank Of China ihre erste nordeuropäische Zweigniederlassung in Stockholm.

Die weltweit operierenden Konzerne haben den äußersten Norden Europas als Tor zum gesamten nordeuropäischen Verbrauchermarkt entdeckt. Das bestärkt mich in meiner Auffassung, dass gerade diese Region auch für Anleger immer attraktiver wird, die ihr Geld nicht mehr nur innerhalb des Euro-Raums halten wollen. Mit Investitionen in Skandinavien deckt man zunehmend auch weltweite Interessen ab.

Direkt in Stockholm residierende schwedische Firmen runden das Angebot ab, als da wären beispielsweise Electrolux, H&M, Svenska Cellulosa und die SwedBank. Es lässt sich nicht nur gut arbeiten in Stockholm, sondern auch gut leben. Im Jahr 2010 war Stockholm die erste Stadt, die als „EU Green Capital“ ausgezeichnet wurde.

Frohe Ostern 2016

Posted 25. März 2016 By ljwimmer

Von Karfreitag bis Ostermontag erscheinen keine neuen Beiträge.
Ich wünsche ein Frohes Osterfest und hoffe, dass auch das Wetter mitspielt und frühlingshafter wird. Es geht ja „rauswärts“.

Notenbank-Blick auf den Euro-Raum

Posted 24. März 2016 By ljwimmer

 

Einen Notenbank-Blick auf den Euro-Raum zu werfen, versprach Dr. Jens Weidmann seinem Publikum beim 2. Finance Forum Liechtenstein.

In seiner gestrigen Rede formulierte der Bundesbank-Präsident dazu drei Kern-Thesen:

1. Die europäische Geldpolitik hat sich weit in unbekanntes Terrain vorgewagt und das Risiko einer Vereinnahmung durch die Fiskalpolitik steigt. In der derzeit zugegebenermaßen schwierigen geldpolitischen Abwägung dürfen die Risiken nicht unterschätzt und die Fähigkeiten der Geldpolitik nicht überschätzt werden.
2. Um die Währungsunion langfristig zu stabilisieren ist eine Reform ihres institutionellen Ordnungsrahmens nötig. Dabei muss die Balance von Handeln und Haften wiederhergestellt werden.
3. In der Finanzmarktregulierung wurden bedeutsame Fortschritte erzielt, so dass unser Bankensystem heute robuster ist als vor der Finanzkrise. Vollständig abgearbeitet ist die Regulierungsagenda aber noch nicht, weder für die Banken noch die Schattenbanken.

Er schilderte die Datenlage und die – durchaus heftigen – Diskussionen innerhalb der EZB zur europäischen Geldpolitik. Das veränderte Prognosebild sei geldpolitisch durchaus herausfordernd gewesen und habe Handlungsbedarf angezeigt. „In dieser Frage bestand Einigkeit im EZB-Rat. Allerdings gingen mir die Beschlüsse in ihrer Gesamtschau zu weit und das umfassende Maßnahmenbündel hat mich nicht überzeugt.“

Er wies darauf hin, dass das Risiko von Blasen an den Finanzmärkten wachse und führte aus, dass verschiedene Mitgliedsstaaten des Euro-Raums bereits Maßnahmen ergriffen hätten, um zum Beispiel Übertreibungen am Immobilienmarkt vorzubeugen. Aber auch die Banken seien gefragt und müssten ihre Geschäftsmodell überprüfen, „ihre Bilanzen solide aufstellen und den sich bietenden Raum für Konsolidierungen nutzen, um Kosten zu sparen. Andernfalls könnte es ihnen in einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld schwer fallen, Gewinne zu thesaurieren, um damit das Eigenkapital weiter zu stärken.“

Seine Einstellung zum Ordnungsrahmen der Währungsunion hat mich überzeugt. „Zu den Risiken der ultra-lockeren Geldpolitik gehört auch die Gefahr, dass die niedrigen Zinsen und die umfangreichen Staatsanleihekäufe den Konsolidierungs- und Reformdruck in den Mitgliedstaaten reduzieren.“ Nicht überraschend sei, dass der Konsolidierungseifer in den Euro-Ländern zuletzt nachgelassen habe. Zu deutsch: das Geld gibts viel zu billig, als dass die Politiker der verschuldeten Euro-Länder schwierige Reformen durchführen würden, die sie Parlamentssitz und Altersversorgung kosten könnten.

„Dabei wurden als Reaktion auf die Finanz- und Schuldenkrise eigentlich strengere Fiskalregeln für die Mitgliedstaaten der Währungsunion vereinbart.“ Was hilfts, wenn sich keiner dran hält?

„Im Rahmen der Krisenbewältigung im Euro-Raum wurden dann aber nicht nur Risiken über den Euro-Rettungsschirm vergemeinschaftet, sondern auch über die Bilanz des Eurosystems.“ Aber genau diese gegenseitige Haftung habe der Maastricht-Vertrag in seiner „No-Bailout“-Regel ausdrücklich ausgeschlossen.

In seiner Rede wies er explizit darauf hin, dass die derzeitige Handlungsweise der Euro-Länder nicht mit Walter Euckens Haftungsprinzip zu vereinbaren sei: „Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen“. Walter Eucken war Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft und begründete die Freiburger Schule des Ordoliberalismus.

Im dritten Teil seiner Rede widmete er sich den Banken. „Noch heute leiden viele Banken unter Altlasten in ihren Bilanzen. Hohe Bestände an notleidenden Krediten belasten insbesondere eigenkapital- und ertragsschwache Institute im Euro-Raum. So schreitet die Bereinigung der Bankbilanzen zwar voran, ist aber auf absehbare Zeit noch nicht abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund ist es übrigens wenig erstaunlich, dass die Kreditvergabe der Banken im Euro-Raum trotz der äußerst expansiven Geldpolitik nach wie vor schwächelt.“

Nur wollen leider die Banken ihr eigenes Spiel spielen und denken nicht daran, anfallende Verluste selbst zu tragen. Die Stresstest gefallen ihnen nicht und sie sind offensichtlich auch gar nicht glücklich darüber, den Steuerzahlen nicht in Anspruch nehmen zu dürfen.

Der meiner Meinung nach wichtigste Satz in seiner Rede: „Wer die Eigentümer- und Gläubigerhaftung nun aber schon wieder in Frage stellt, sollte auch offenlegen, wer denn stattdessen für die Verluste einer gescheiterten Bank einstehen soll. Der Steuerzahler darf es jedenfalls nicht sein, das würde die gesellschaftliche Akzeptanz unserer marktwirtschaftlichen Ordnung aufs Spiel setzen.“

Danach setzte er sich noch mit allgemeinen Fragen zur Regulierung der europäischen Finanzmärkte auseinander und sprach auch die Fintechs und ihre Rolle im Finanzsystem an.

Alles in Allem eine bemerkenswerte Rede, die auch unsere Politiker der Regierungsparteien, allen voran Angela Merkel und Sigmar Gabriel lesen sollten. Wer sich für den Wortlaut der Rede interessiert, kann sich hier die Druckversion herunterladen.

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