Archiv fü November, 2016

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Dienstag, 29. November 2016
Bilia erwirbt großes Toyota-Geschäft in Schweden

Gestern gab Bilia bekannt, eine Übereinkunft mit Toyota getroffen zu haben, das Metro Auto Geschäft von Toyota (MW Gruppen Stockholm AB) in Schweden zu übernehmen. Das Geschäft wird von fünf Standorten aus am Laufen gehalten: drei im Süden von Stockholm (Nacka, Haninge, Kungens Kurva) und je einer in Södertälje und Eskilstuna. Stichtag der Übernahme soll der 2. Januar 2017 sein.
Der jährliche Umsatzzuwachs für Bilia liegt bei rund 700 Millionen SEK, der durchschnittliche Gewinn der letzten beiden Jahre lag bei rund 28 Millionen SEK. Die Übernahme schliesst auch den Erwerb der fünf Liegenschaften im Wert von rund 165 Millionen SEK mit ein, von denen aus das Geschäft betrieben wird.
Das Management der drei an dieser Übernahme beteiligten Unternehmen zeigt sich überzeugt davon, dass es für alle eine Win-Situation sein wird. Bilia will Synergien nutzen und das Geschäft noch profitabler machen, Metro Auto will als Bestandteil von Bilia noch erfolgreicher werden und Toyota ist freut sich über die reibungslose Fortsetzung des Geschäfts in Schweden.
Die schwedischen Wettbewerbshüter haben allerdings noch das letzte Wort, die Zustimmung dürfte allerdings nur noch Formsache sein. Davon zumindest gehen die Verantwortlichen aus.

 

Montag, 28. November 2016

Die in Deutschland und Österreich bekannte Plattform für Sportwetten wurde vom Zulassungsausschuss der NASDAQ Stockholm für eine Notierung an dieser Börse zugelassen. Die Mr Green & Co. AG verpflichtet sich damit zu strenger Regulierung und Transparenz.
Die bisherige Notierung an der AktieTorget (eine Art schwedischer „Neuer Markt“, aber erfolgreicher) endet am 29. November, die erste Notiz an der Börse Stockholm erfolgt am 30. November. Ticker-Symbol (MRG) und ISIN (SE0006963682) bleiben unverändert. Die Hauptverwaltung und die technische Entwicklung sind in Stockholm, der Stützpunkt für das operative Geschäft ist Malta.

Der bisherige Kursverlauf an der AktieTorget (gelistet seit 2013) ist nicht sehr vielversprechend, wie der nachfolgende Chart zeigt:

Die Gaming-Plattform hat eine Basis von mehr als 100.000 Kunden mit aktuell 682,2 Mio. SEK an Kundeneinzahlungen.

Vorstand und Management der Gruppe sehen die Börsennotierung an der NASDAQ Stockholm als logischen und wichtigen Schritt in der Entwicklung des Unternehmens und gehen davon aus, dass diese Börsennotierung eine breitere Gruppe an Investoren anziehen wird. Das dürfte aber letztlich eher vom Erfolg des Unternehmens abhängen als von dieser Notiz.

Das 2007 gegründete Unternehmen bietet Online-Gaming und Sportwetten in 13 Ländern (darunter auch Malta, UK und Italien) an. Im Jahr 2015 erwirtschafteten über 190 Mitarbeiter einen Umsatz von 793 Mio. SEK, für dieses Jahr werden knapp 900 Mio. SEK angepeilt. Die für 2016 erwartete Dividendenrendite soll bei drei Prozent liegen.

Der aktuelle Gaming-Trend bietet gute Voraussetzungen für Unternehmen wie Mr Green, wenn die Geschäfte seriös und transparent abgewickelt werden. Ein Listing an der NASDAQ Stockholm dürfte auf jeden Fall zur Transparenz beitragen. Ein wirtschaftlicher Erfolg aber ist letztlich abhängig von der Qualität des Managements, die Gunst der Stunde zu nutzen und das Geschäft auszuweiten und profitabel zu machen. Diese IPO-Meldung ist keine Kaufempfehlung, ein Investment unsererseits ist derzeit auch nicht vorgesehen.

  Montag, 28. November 2016
Die Stopp-Buy-Order für Swedish Match AB wurde ausgeführt.
Die Aktie hat den eingestellten Kurs erreicht und wir haben die Transaktion in unserem Echtgeld-Musterdepot entsprechend verbucht.
Einzelheiten gibts auf der „Schweden“-Seite.

 

Montag, 28. November 2016

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, bekamen Ende 2015 rund acht Millionen Hilfempfänger eine soziale Mindestsicherungsleistung. Das sind nicht ganz zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. In der Hauptstadt Berlin war die Zahl mit knapp 20 Prozent überdurchschnittlich hoch. Hier erhielt also jeder Fünfte Unterstützungsleistungen.
Was sagt uns das über den sozialen Zustand Deutschlands und der Hauptstadt? Es ist unwürdig.
Es ist das Ergebnis einer verfehlten Politik. Einer Politik, die Einzelinteressen bedient und das große Ganze aus dem Auge verliert.
Es ist das Handeln von Politikern im Interesse von Bürgern und Interessengruppen, die Zugang zu ihnen haben. Politiker, die zulassen, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden. Für Infrastruktur, Bildung, Schulen und eine vernüftige Sozialpolitik ist kein Geld da. Unsere Zukunft steht auf dem Spiel und alle Verantwortlichen stecken lieber den Kopf in den Sand als zu handeln. Die explosionsartige Zunahme beispielsweise von „Tafeln“ in ganz Deutschland spricht Bände und entlarvt damit die von allen Parteien mit dem Wort „sozial“ im Namen schöngeredete Sozialpolitik.
Die gute Nachricht: es kann nur besser werden.
Die schlechte Nachricht: es wird wahrscheinlich noch sehr viel schlechter werden, bevor es endlich besser wird.

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  Freitag, 25. November 2016
Die Kauf-Order für Assa Abloy AB wurde ausgeführt.
Die Aktie hat den eingestellten Kurs erreicht und wir haben die Transaktion in unserem Echtgeld-Musterdepot entsprechend verbucht.
Einzelheiten gibts auf der „Schweden“-Seite.

Wenn die Politik versagt

Posted 23. November 2016 By ljwimmer

Ist das denn zu fassen? Es gibt doch tatsächlich noch Mitglieder des Bundestages, die rechnen können und sich gleichzeitig trauen, den Mund aufzumachen.
Einer davon ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch.
Am 18. November schrieb er einen Gastbeitrag im Blog „Tichys Einblick“ mit dem Titel: „Was kosten Migranten wirklich?“

50 Mrd. Euro, in Zahlen 50.000.000.000 Euro, kostet uns die Migrationskrise in diesem und dem nächsten Jahr, rechnete das Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft aus.
Es geht um viel Geld. Geld, das man nach Ansicht von Klaus-Peter Willsch sinnvoller ausgeben kann: z.B. kann man jedem BaFöG-Empfänger das Studium finanzieren, jedem Rentner mit Grundsicherung die Angst vor der Altersarmut nehmen, allen Erwerbstätigen rund 1.200 Euro Steuern zurückerstatten.

Denn darin unterscheidet er sich von Justizminister Heiko Maas, den er in seinem Gastbeitrag wie folgt zitiert: „Die Milliarden für die Integration wurden in diesem Land erwirtschaftet und wurden niemanden weggenommen.“

Lieber Herr Maas, das sehen wir Steuerzahler wohl ein bisschen anders, stammt das Geld doch aus unseren Taschen. Ihr Kollege Willsch hat das sehr wohl erkannt, aber er gehört ja auch nicht der SPD an. Zu Geld hat die SPD an sich ein eher etwas ambivalentes Verhältnis, wie auch der gestrige Beitrag von „Frontal 21“ bezeichnenderweise zeigte. Ihr Kollege Willsch hat Recht: dieses Geld ist nicht auf Bäumen gewachsen.

Es läuft etwas schief in Deutschland, und kaum einer der Verantwortlichen schaut hin. Stattdessen wird billigend in Kauf genommen, den sozialen Frieden zu gefährden und die Zukunft Deutschlands zu verspielen.

Klaus-Peter Willsch hat zum „sozialen Frieden“ sogar eigene Erkenntnisse. Er schreibt:
„Der steht übrigens seit Neuestem auch in einer Nachbargemeinde meines Wahlkreises Rheingau-Taunus/Limburg auf dem Prüfstand. Hier hat sich in Montabaur ein im vergangenen Jahr nach Deutschland geflohener Syrer niedergelassen – mit vier Frauen und 23 Kindern. Nachdem dieser Fall in kürzester Zeit auch überregional bekannt wurde, hat der Deutsche Arbeitgeberverband die Kosten für Geld- und Sachleistungen, die der 28-köpfigen Familie monatlich zufließen, auf rund 30.000 Euro beziffert. Für rund 60.000 Euro brutto monatlich müsste wohl gleich ein ganzes Dutzend Otto Normals bei Wind und Wetter ranklotzen.
Verständlich also, dass sich in zahlreichen Leserbriefen, auch aus meinem Wahlkreis, seither deutliche Erregung niederschlägt. Die Menschen verstört nicht nur das archaische Frauen- und Familienbild, das aus guten Gründen in Deutschland verboten ist. Dass der Steuerzahler diesen leistungslosen Lebensstil auch noch in einem Umfang subventionieren und somit goutieren muss, der seine eigenen Lebensverhältnisse um ein Vielfaches übersteigt, gießt Öl in ein ohnehin schon loderndes Feuer.“

Natürlich dürften Fälle wie diese Einzelfälle sein, sie sind aber nichtsdestrotrotz offensichtliche Realität und dürfen nicht aus falsch verstandener Nächstenliebe verschwiegen werden. Und sie gehören abgeschafft.

Kaputte Straßen, marode Brücken und eine veraltete Kanalisation, sanierungsbedürftige Schulgebäude – um nur einige Beispiele zu nennen – tragen nicht dazu bei, unseren Wohlstand zu sichern. Eher das Gegenteil ist der Fall. Und die aktuell hohen Steuereinnahmen haben makroökonomische Ursachen und sind aller Voraussicht nach nur temporär. Sind sie doch dem niedrigen Ölpreis geschuldet, den Null-Zinsen, der weiterhin guten Exportsituation, dem Binnenkonsum und der relativ niedrigen Arbeitslosenquote. Trug Deutschland zu Beginn des Jahrtausends in Europa noch die rote Laterne, haben wir uns in den vergangenen Jahren an die Spitze vorgearbeitet und stehen jetzt hervorragend da im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern.

Dabei stehen die Zeichen auf Sturm – und alle schauen weg: der Brexit kommt ebenso wie der neue US-Präsident. Griechenland hängt nach wie vor am Tropf, die Schuldenkrise ist noch ungelöst und dauert an, Krieg herrscht in Nah und Fern, die Migrationswelle ist noch nicht vorbei und wird aller Voraussicht nach noch zunehmen, der Ölpreis wird langfristig steigen, der Klimawandel wird Unsummen an Geld verschlingen und vor Ort sorgen neue Parteien für soziale Unruhen. Und dann lasst mal die Konjunkturmaschine stottern und die Steuereinnahmen einbrechen. Da bringe ich ein beängstigendes Bild nicht mehr aus dem Kopf: die Titanic kurz vor dem Eisberg.

Aber wegschauen, liebe Volksvertreter, hilft da nicht wirklich. Was ist mit dem „Heft des Handelns“, dem „Primat der Politik über die Wirtschaft“, dem „Schaden vom deutschen Volk abwenden“? Einfach nur Sonntagsreden? Nur Worte statt Taten, weil Worte eben billiger sind? Und das, obwohl die AfD bereits ante portas steht? Mir fällt dazu auch ein Wort ein: Politik-Versagen.

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