Gold und die chinesische Krise

  Die überraschende Abwertung der chinesischen Zentralbank erschütterte gestern die Märkte. Was eine einmalige Sache sein sollte, wurde heute wiederholt. Mit einer Abwertung von – bisher – insgesamt rund 3,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar wollen die Chinesen ihrer schwächelnden Wirtschaft gegensteuern. Die Exporte sollen billiger werden, die Importe teurer. Das wirkt wie eine Art Zoll auf Einfuhren, was natürlich die Umsätze auch der skandinavischen Unternehmen beeinträchtigt. So verwundert nicht, dass auch die skandinavischen Indizes sich auf den Weg gen Süden machen und dem DAX und dem EuroStoxx folgen.
Genau das Gegenteil passierte bei den Edelmetallen. Gold, Silber, Platin und Palladium legten zu. Die psychologische Marke von USD 1.100 bei Gold und USD 15,00 bei Silber wurden binnen kürzester Zeit überschritten, ebenso hievten sich Platin (USD 950) und Palladium (USD 600) über die entsprechenden psychologischen Hürden.
Es ist vor allem Gold, das wieder glänzt. Edelmetalle scheinen sich wieder als Schutz-Anlagemöglichkeit im Bewusstsein der Anleger zu etablieren. In Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen, politischer Börsen und Krisenherden auf der ganzen Welt gewinnen Edelmetalle als sicherer Hafen für Anleger. Ob es schon die Trendwende ist, bleibt abzuwarten. Anleger haben ein kurzes Gedächtnis, der schnelle Profit ist allzu verlockend.
Zum einen haben inzwischen sicher auch die wild spekulierenden Chinesen gemerkt, dass man von Aktienanlagen etwas verstehen muss, sonst ist es ein Glücksspiel. Der brutale Absturz des Shanghai Composite um rund ein Drittel führte wohl bei vielen Anleger-Anfängern zu einem Umdenken. Das uralte Symbol für Wohlstand und Reichtum, Gold, rückt wieder in den Vordergrund. Viele ehemalige Aktienanleger in China dürften ihre kümmerlichen Restgelder in Gold umgeschichtet haben, wie auf Marketwatch zu lesen war.
Wir bleiben bei unserem Engagement in Gold, denn die nächste Runde im globalen Währungskrieg steht offensichtlich schon in den Startlöchern.
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