Nach der Wahl

  Donnerstag, 10. November 2016

Die Siegerparty in den USA ist vorbei: Die Menge tobte, alle „Trumpianer“ jubelten und schrien.
Der Wahlkampf war hart und brutal, teilweise auch unter der Gürtellinie. Manche hatten das sicher genossen, ich habe das Spektakel auch verfolgt. Man kam ja nicht dran vorbei. Aber ich misstraute eigentlich beiden Bewerbern und bin nach wie vor der Meinung, mit Bernie Sanders hätten die Demokraten einen Donald Trump verhindern können. Das System Clinton hat ihn jedoch „erfolgreich“ verhindert.
Aufrufe zum Handeln sind ja gut und schön, aber es sind nur Worte. Beide Kandidaten hatten in der Vergangenheit nicht immer Taten den schönen Worten folgen lassen, um das Wort „Lügen“ jetzt mal zu vermeiden. Donald Trump hat immer und immer wieder das Gleiche gesagt, nämlich Amerika wieder groß zu machen und neuen Wohlstand zu bringen. Aber da ist weder eine Strategie in seinen Worten zu erkennen noch wurde bisher ein Plan erkennbar. Die Wähler sollten ihm einfach vertrauen und alles würde gut werden. Und warum glaubten ihm die Wähler? Weil sie es glauben wollten.
Keinen seiner Wähler interessierte seine alles andere als solide Vergangenheit als Unternehmer. Sein Vater gab ihm eine Million USD als Startkapital (wer kann das schon von sich sagen?), er hat mehrere Pleiten hingelegt, seine Lieferanten des Öfteren nicht bezahlt und durch seine Pleiten viele Menschen in Not gebracht. Ein verantwortungsvoller Unternehmer handelt nicht so.
Aber Donald Trump versprach Größe, Stärke und Wohlstand, also alles was die Schwachen, Abgehängten und vom sozialen Abstieg bedrohten sich ersehnten. Doch Worten müssen auch Taten folgen. Und da habe ich so meine Zweifel, aber Ertrinkende klammern sich ja bekanntlich an jeden Strohhalm. Nimmt Donald Trump seine Verantwortung jetzt als Präsident ernster denn als Unternehmer? Zweifel sind angebracht.
Für die Wahlen 2017 in Frankreich, Niederlande und Deutschland lässt das nichts Gutes ahnen. Denn auch hier bei uns hat sich die politische Elite von ihrem Souverän, dem Volk, entfernt. Dumm nur, dass in Zeiten des Internets und der sozialen Medien das Volk diese Schieflage erkennt und beginnt, sich dagegen zu organisieren. Die etablierten Parteien tun gut daran, sich einen Ruck zu geben und radikal umzusteuern. Reformen zu machen, die diesen Namen verdienen, die soziale Ungleichheit einzuebnen, Steuervermeidung zu verhindern und die überbordenden Staatsausgaben (z.B. unnötige Subventionen) zu reduzieren. Nur habe ich auch da so meine Zweifel. Irgendwie stimmt das wohl: jede Regierung hat das Volk, das sie verdient.

Zur Werkzeugleiste springen