Entwicklung der Geldmenge im Euro-Raum

 

Wie die EZB heute mitteilte, stieg die Geldmenge M1 im Mai um 11,2% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat. Die im Umlauf befindliche Bargeldmenge hat sich also drastisch erhöht. Nicht zuletzt dank der ELA-Notkredite an die griechische Zentralbank.
Die Geldmenge, auch Geldmengenaggregat genannt, ist der gesamte Bargeldbestand einer Volkswirtschaft (Geldmenge M0), der sich in der Hand von Nicht-Banken befindet. Diese Geldmenge kann durch Geldschöpfung erhöht und durch Geldvernichtung gesenkt werden.
Die Geldmenge M1 umfasst dabei den gesamten Bargeldbestand zuzüglich der Sichteinlagen der Nicht-Banken. Die Geldmenge M2 sind M1 zuzüglich Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist und vereinbarten Laufzeiten von bis zu zwei Jahren. Das wesentlich wichtigere Geldmengenaggregat ist jedoch M3.
Dieses umfasst die Geldmenge M2 zuzüglich Geldmarktfonds, Geldmarktpapiere (sog. Liquiditätstitel), Repo-Verbindlichkeiten (kurzfristiges Finanzierungsinstrument) und Bankschuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit.
Wesentlich gefährlicher als der M1-Anstieg jedoch ist die Ausweitung der Geldmenge M3, die im Mai 5,0% gegenüber dem Vorjahr betrug. Denn je weiter dieser ungebremste Anstieg der Geldmengenaggregate geht, desto schwieriger wird es für die Euro-Zone, das drohende Schuldendesaster abzuwenden. Und ein Ende des Griechenland-Dramas ist ja nicht abzusehen. Eine Einigung in letzter Minute wird – entgegen aller Vernunft – immer wahrscheinlicher und das bedeutet auch, den Geldhahn weiterhin geöffnet zu halten.
Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung macht es durchaus Sinn, einen Teil seines Vermögens in anderen Währungen zu „parken“. Eine gute Alternative sind Wertpapiere in Skandinavien, aber auch in der Schweiz und – mit gewissen Einschränkungen – auch in England. Selbstverständlich sind Edelmetalle (nur Gold und Silber sind Geld, alles andere ist Kredit) allererste Wahl. Und wie Sie inzwischen wissen, werden auch digitale Währungen (Fluchtwährung?) immer attraktiver, wenn man sich das Chaos um den Euro ansieht.

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