Gold zählt wieder

 

Man muß ja nicht gleich soviel Goldbarren haben, dass man darauf sitzen kann.

In der heutigen Zeit ist es sowieso nicht ratsam, sich Edelmetall zuhause aufzuheben. Gut, ein paar Münzen hier und da – so für den Notfall – sind schon in Ordnung. Die lassen sich leicht verstecken, auch wenn ich persönlich nichts davon halte, Wertsachen zuhause aufzubewahren. Die zunehmende Kriminalität spricht einfach dagegen. Wer richtig viel Geld in physischem Gold anlegen will, der kommt um andere Aufbewahrungsarten sowieso nicht herum.
Überall auf der Welt entstehen riesige Goldspeicher, die eines Dagobert Duck würdig wären. Immer mehr Anleger lassen dort ihr erworbenes physisches Edelmetall einlagern und gut bewachen. Ob in London, Zürich oder Singapur, die Menge des dort eingelagerten Edelmetalls nimmt ständig zu.
Der Erwerb wird online sehr einfach gemacht, trotzdem sollte man aufpassen, wem man sein Geld – und damit sein Edelmetall – anvertraut. Informationen über das depotführende Institut kann man gar nicht genug haben. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist in jedem Fall besser. Schließlich will man ja irgendwann sein Gold oder Geld auch wiederhaben.
Die Zeit für eine Anlage in Gold scheint reif zu sein. Immer weniger Privatanleger glauben, ohne physisches Edelmetall unbeschadet durch Krisen zu kommen. Und Krisen haben wir derzeit mehr als genug. Die größte Krise wurde am vergangenen Donnerstag eingeleitet: die EZB senkte den Leitzins auf 0,0%. Damit hat die EZB kapituliert und das Tor zu negativen Leitzinsen geöffnet. Gleichzeitig werden 20 Milliarden Euro pro Monat mehr gedruckt als bisher. Die EZB hat sich in ihrem Labyrinth von Maßnahmen hoffnungslos verirrt und dürfte den Weg zurück so leicht nicht mehr finden. Der Zusammenbruch des bestehenden Papiergeldsystems (Fiat-Geld, also ein Tauschmittel ohne inneren Wert) ist schon in Sichtweite. Und die hoch verschuldeten Euro-Länder freut es, werden sie doch ihre Schulden auf diese Art und Weise viel schneller los – und keiner merkts. Keiner? Doch, und das sogar schon vor über 250 Jahren: Voltaire (1694 – 1778) sagte damals schon: „Alles Papiergeld kehrt am Ende unausweichlich zu seinem wahren inneren Wert zurück – Null.“
Diese Erkenntnis beginnt sich langsam auch in Anlegerkreisen herumzusprechen. So wundert es nicht, dass der Goldpreis seit Jahresanfang knapp 20 Prozent zugelegt hat. Das ruft natürlich jetzt auch die großen Kapitalsammelstellen auf den Plan. Sie haben ja ganz allgemein große Probleme damit, das ihnen anvertraute Geld auch ordentlich zu verzinsen. Staatsanleihen sind unattraktiv – entweder sind es Anleihen von sicheren Staaten, dann ist der Zins nicht vorhanden bis negativ; oder es sind Anleihen von eher unsicheren Staaten, dann ist der Zins zwar extrem hoch, das Ausfallrisiko aber noch viel höher. Was also tun?
Den „sicheren Hafen“ Gold ansteuern? Genau. Das scheint das Gebot der Stunde zu sein. So investieren immer mehr US-Pensionsfonds in Gold, vorzugsweise im weltgrößten Gold-ETF, dem SPDR Gold Trust. Dessen Goldbestände haben inzwischen die Marke von 800 Tonnen im Gesamtwert von rund 32 Mrd. US-Dollar erreicht. Ein Ende ist nicht abzusehen. Was bedeutet das für uns Otto Normalanleger, wenn immer mehr Pensionsfonds immer mehr Geld in das Gold pumpen? Genau: der Goldpreis steigt. An schwachen Tagen, nach kleineren Korrekturen, würde ich kaufen.

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